06.11.2026

Traditionsgasthof wiedereröffnet

Der Gasthof Wasner in Bad Birnbach hat am 24. September nach mehrjähriger Schließung wiedereröffnet. Eigentümer Hannes Weber investierte mit seiner Familie rund zehn Millionen Euro in die umfassende Erneuerung und Erweiterung des Traditionsbetriebs. Auf rund 4.400 Quadratmetern vereint das Haus nun klassische niederbayerische Wirtshauskultur mit neuen Gastronomiekonzepten und großzügigen Veranstaltungsbereichen. Zum Start beschäftigt der Betrieb 65 Mitarbeiter, darunter zehn Auszubildende.

Die Geschichte des Gasthofs reicht bis ins Jahr 1577 zurück, als das Haus erstmals als Tafernwirtschaft erwähnt wurde. Seit 1904 ist es eng mit der Familie Wasner verbunden. Mit Beginn der Corona-Pandemie wurde der Betrieb geschlossen und zunächst nicht wieder aufgenommen. Die Pläne für eine grundlegende Neugestaltung bestanden allerdings schon länger. Nach mehrjähriger Vorbereitung begannen 2025 die Bauarbeiten.


Von der insgesamt rund 4.400 Quadratmeter großen Fläche wurden 3.200 Quadratmeter neu errichtet und weitere 1.200 Quadratmeter historischer Bausubstanz restauriert. Die traditionellen Stuben, der Stammtisch und der historische Festsaal blieben erhalten und wurden in das erweiterte Konzept eingebunden.


"Es ist uns wahnsinnig wichtig, dass wir das Traditionelle bewahren, aber trotzdem modern weiterentwickeln", erklärt Eigentümer Hannes Weber. Entsprechend wurde das bisherige Wirtshaus um zahlreiche gastronomische und veranstaltungsbezogene Angebote ergänzt.

Dazu zählen Wasner Grill & Bar, der neue Wasner Stadl, die "World of Wasner" mit Shop und Vinothek, die Wasnerei, eine Zuckerbäckerei sowie die Weinbar "Schinder Hannes" mit Zigarrenlounge. Hinzu kommen ein Hochzeitshof, ein Hofgarten und mehrere Terrassen. Bei gleichzeitiger Nutzung aller Innen- und Außenbereiche stehen insgesamt rund 1.200 Sitzplätze zur Verfügung.

Wirtshausküche trifft auf neue Gastronomiekonzepte

Kulinarisch bleibt die niederbayerische Küche ein wesentlicher Bestandteil des Angebots. Auf der Speisekarte stehen unter anderem die originale Wasner Ente, Rottaler Bauernbratl, Tafelspitz und klassische Brotzeiten. Ergänzt wird das Sortiment durch moderne Grillgerichte, Steaks und Bowls. Im Wasner Grill werden verschiedene Fleischzuschnitte auf offenem Feuer zubereitet.

Auch das Metzgerhandwerk spielt weiterhin eine wichtige Rolle. In der neuen Wasnerei entstehen unter anderem Weißwürste und Leberkäse direkt vor Ort. Gäste können Einblicke in die Herstellung erhalten. Für Reisegruppen ist künftig zudem ein sogenanntes „Weißwurst-Diplom" vorgesehen. Eine erste Zusammenarbeit mit einem Reisebusunternehmen befindet sich nach Angaben des Betriebs bereits in Vorbereitung.

Die Zuckerbäckerei ergänzt das gastronomische Angebot mit traditionellen Süßspeisen wie Kaiserschmarrn, Rupfhaub'n und Schmalzgebackenem.

Veranstaltungsbereiche für bis zu 400 Gäste

Mit dem Umbau wurde auch das Veranstaltungsangebot deutlich erweitert. Neben kleineren Stuben für Familienfeiern stehen der historische Festsaal mit rund 200 Sitzplätzen und der neue Wasner Stadl zur Verfügung. Dieser bietet je nach Bestuhlung Platz für etwa 350 bis 400 Personen.

Da die Veranstaltungsbereiche weitgehend über eigene Zugänge zu Terrassen, Balkonen oder Außenflächen verfügen, können mehrere Feiern parallel stattfinden. Für Hochzeiten und andere Veranstaltungen gibt es ein eigenes Betreuungsteam. Betriebsleiter Stefan Sauner, seine Stellvertreterin Eva Maria Eckmüller und Melanie Flieger begleiten die Organisation. Flieger ist insbesondere für die Abstimmung mit Brautpaaren zuständig.

Nach Angaben des Unternehmens wurden bereits vor der Wiedereröffnung erste Hochzeiten und Firmenveranstaltungen fest gebucht.

Investitionen und Ausbildung im Fokus

Rund zehn Millionen Euro flossen in Neubau, Restaurierung, Gastronomietechnik, Ausstattung und Außenanlagen. Etwa 80 % der Aufträge wurden an Unternehmen aus der Region vergeben, viele davon im Umkreis von rund 30 Kilometern. Die Dimension des Bauvorhabens verdeutlichen weitere Zahlen: Rund 17.000 Kubikmeter Erde wurden bewegt, etwa 45 Kilometer Elektrokabel und 15 Kilometer Fußbodenheizung verlegt.

Mit der Wiedereröffnung entstanden zugleich zahlreiche Arbeitsplätze. Von den 65 Beschäftigten sind rund 30 im Service tätig, eine ähnlich große Zahl arbeitet in der Küche und den dazugehörigen Bereichen. Zehn Auszubildende gehören ebenfalls zum Team.

Gerade die Nachwuchsförderung ist Hannes Weber ein wichtiges Anliegen. "Es hilft nicht, wenn man auf der einen Seite sagt, es gibt keine Leute, und auf der anderen Seite nicht ausbildet", betont der Unternehmer. Die Ausbildung junger Fachkräfte ist deshalb auch in den weiteren Betrieben der Familie fest verankert.

Der offizielle Neustart wurde vom 24. bis 27. September mit einem viertägigen Hoffest gefeiert. Bereits am 21. September hatte eine Einweihung für geladene Gäste stattgefunden. Der Gasthof soll künftig an 364 Tagen im Jahr geöffnet sein, lediglich an Weihnachten bleibt der Betrieb geschlossen.

www.gasthof-wasner.de