25.06.2026
Die Debatte um die reduzierte Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie geht weiter. Nachdem die Vorsitzende des Sachverständigenrats, Monika Schnitzer, die Steuerermäßigung als „überflüssige Subvention" bezeichnet hatte, weist der Verein zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur (VEBWK) diese Einschätzung entschieden zurück.
Der Verein zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur (VEBWK) hat die Forderung der Vorsitzenden des Sachverständigenrats, Monika Schnitzer, nach einer Rücknahme der reduzierten Mehrwertsteuer für die Gastronomie scharf kritisiert. Nach Auffassung des Verbands verkenne die Ökonomin die wirtschaftliche Situation vieler gastgewerblicher Betriebe.
"Wer die Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie als überflüssige Subvention abtut, hat die Realität in unseren Wirtshäusern offensichtlich nie gesehen", erklärt VEBWK-Vorsitzender Franz Bergmüller. Die Aussage sei "ein Schlag ins Gesicht für zehntausende Gastwirte", die täglich um ihre Existenz kämpften.
Der Verband betont, dass die reduzierte Besteuerung keine Subvention, sondern eine steuerliche Gleichstellung sei. Während Lieferdienste und To-go-Angebote bereits seit Jahren vom ermäßigten Steuersatz profitieren, hätten klassische Gastronomiebetriebe mit Service am Tisch lange den regulären Satz zahlen müssen. Zudem gelte in der Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten bereits ein reduzierter Mehrwertsteuersatz für Speisen in der Gastronomie.
Mit Blick auf die wirtschaftliche Lage verweist der VEBWK auf steigende Energie- und Personalkosten, höhere Lebensmittelpreise sowie zunehmende Bürokratie. Viele Betriebe bewegten sich wirtschaftlich am Limit. "Die Mehrwertsteuersenkung ist für viele Gastronomen der schmale Grat zwischen Überleben und Aufgeben", so Bergmüller.
Der Verband fordert die Bundesregierung auf, sich dauerhaft zur reduzierten Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie zu bekennen und die Diskussion über eine Rücknahme zu beenden. Aus Sicht des VEBWK würde eine erneute Anhebung die Wettbewerbsfähigkeit vieler Wirtshäuser weiter schwächen und das Wirtshaussterben beschleunigen.
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