25.06.2026

DZG warnt vor wachsendem Kostendruck

DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge erklärt, warum die steuerpolitischen Risiken für die Gastwelt gestiegen sind. Foto: DZG

Die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) warnt vor neuen finanziellen Belastungen für Gastronomie, Hotellerie und Tourismus. Angesichts der angespannten Haushaltslage des Bundes könnten Rentenreform, Steueränderungen und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen die Kosten für die Betriebe deutlich erhöhen.

Die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) sieht die Branche vor wachsenden wirtschaftlichen Herausforderungen. Hintergrund sind die angespannte Haushaltslage des Bundes sowie mehrere politische Reformvorhaben, die nach Einschätzung der Denkfabrik erhebliche Auswirkungen auf Gastronomie, Hotellerie, Foodservice und Tourismus haben könnten.


Besonders kritisch bewertet die DZG die geplante Rentenreform. "Allein die geplante Rentenreform würde die Sozialbeiträge um mindestens 2 % steigen lassen. In Kombination mit der beschlossenen Mindestlohnerhöhung könnte das in den kommenden Jahren zu Personalkostensteigerungen von 7 bis 8 % Prozent führen", sagt DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge.


Mit Sorge blickt die Denkfabrik außerdem auf die Debatte um die Zukunft der ermäßigten Umsatzsteuer für Speisen und Übernachtungen. Nach Einschätzung der DZG könnte ein aktuelles Gutachten zur Bewertung reduzierter Umsatzsteuersätze politischen Rückenwind für eine Abschaffung der Steuervergünstigungen geben. Auch Überlegungen zu einer allgemeinen Mehrwertsteuerreform mit einem höheren ermäßigten Steuersatz bewertet die Organisation kritisch. "Die Kosten steigen, während die Konsumausgaben und damit die Nachfrage sinken. In dieser Zwickmühle sind Steuererhöhungen keine gute Idee", so Klinge.


Ein weiteres Risiko sieht die DZG in den aktuellen Rentenplänen für Minijobs. Sollten künftig volle Sozialversicherungsbeiträge anfallen, würden insbesondere Zweitjobs im Saison-, Veranstaltungs- und Wochenendgeschäft deutlich an Attraktivität verlieren. Gerade diese flexiblen Beschäftigungsmodelle seien für die Gastwelt von großer Bedeutung.


Um den Herausforderungen geschlossen zu begegnen, regt die Denkfabrik ein steuerpolitisches Bündnis der Gastwelt an. Gemeinsam mit Verbänden sowie Partnern aus Handwerk, Handel sowie der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft sollen drohende Mehrbelastungen frühzeitig gegenüber der Politik adressiert werden.


www.zukunft-gastwelt.de