22.04.2026
Zum Tag des Bieres am 23. April wird die Bierlandschaft Bambergs um einige Spezialitäten reicher: das bierige Vermächtnis Konrad Grasers gibt es nun als Flaschenabfüllung. Konnte man die geschichtsträchtigen Bierspezialitäten Grasers bislang ausschließlich frisch vom Fass im Wirtshaus Graser genießen, sind sie nun im gut sortierten Getränkehandel und ab Brauerei auch in der Flasche erhältlich. Eine Bereicherung für jede Bierauswahl: Alle Graser-Biere haben eine historische Besonderheit, die es so heute nicht mehr gibt.
Wer bislang eines der historischen Graser-Biere trinken wollte, konnte das ausschließlich im Wirtshaus Graser tun. Rechtzeitig zum Tag des Bieres sind die Biere als Flaschenabfüllung nun auch für Zuhause und über die Grenzen Bambergs hinaus erhältlich. Mit Aquatron, Edeka Brand, Rewe Rudel und Sagasser Forchheim werden in den kommenden Tagen die ersten Märkte beliefert, weitere folgen. "Wir freuen uns sehr, dass wir das gewachsene Graser-Sortiment nun auch in den Getränkehandel bringen können", sagt Matthias Trum, Ur-Ur-Ur-Enkel von Konrad Graser, der die Hellerbräu heute in 6. Familiengeneration führt.
Der Blick auf die Flaschenetiketten und Kästen, die das Konterfei Konrad Grasers ziert, ist für ihn wie ein Blick ins Familienalbum. Die Rezepturen der Graser-Biere entstammen den Sudprotokollen Konrad Grasers, der lange Zeit Bräu der ehemaligen Brauerei Michaelsberg war. Der Michaelsberg gilt als älteste Brautradition Bambergs, seit 1122 stellten die Mönche dort nachweislich Bier her. Das tat auch Konrad Graser, der auf dem Michaelsberg verschiedenste Biere braute und darüber Buch führte. Auf diese Aufzeichnungen stieß Matthias Trum im Nachlass seiner Großmutter. Gemeinsam mit einem Historiker entzifferte er die alten Schriften und hauchte den Originalrezepturen zusammen mit seinem Braumeister Michael Hanreich neues Leben ein. "Das war auch für mich als
Braumeister eine spannende Sache", so Michael Hanreich. "Eine solche Aufgabe bekommt man als Braumeister schließlich nicht jeden Tag. Das ist wirklich
Detektivarbeit."
Seit Eröffnung des Wirtshaus Graser zählen die Graser-Biere fest zum Repertoire der Hellerbräu. Und so unterschiedlich die einzelnen Sorten sind, haben sie alle eine Gemeinsamkeit: Jedes Bier hat eine Besonderheit, die für seinen unverwechselbaren Charakter sorgt. Das Felsenkellerbier kommt ganz ohne künstliche Kühlung aus und darf in den historischen Felsenkellern der Hellerbräu unter dem Stephansberg bei natürlich konstanten Temperaturen von 8 bis 10 °C reifen. Für das Helle Lager wird Böhmischer Hopfen und weiches Wasser verwendet. Das Fränkische Pils kann man getrost als Urahn des Pils bezeichnen, für das der Hopfen in der heißen Sudpfanne geröstet wird und das Bamberger Braunbier wird mit geteigter Maische gebraut. Zur Reihe der Graser-Biere zählen außerdem das alkoholarme Bamberger Heinzlein sowie das Stiftsgartenbier.
In den Aufzeichnungen Grasers finden sich noch weitere Rezepturen: "Den einen oder anderen Schatz werden wir hier sicher noch heben", deutet Matthias Trum (Foto) an. Die Vorbereitungen für eine weitere Sorte laufen bereits.
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