11.09.2026
Der Präsident des Österreichischen Weinbauverbands, Johannes Schmuckenschlager (l.), der Geschäftsführer der Österreich Wein Marketing GmbH (ÖWM), Chris Yorke, und der Direktor des Österreichischen Weinbauverbands, Josef Glatt (r.), bei der Weinernte-Pressekonferenz in Wien. Foto: LKÖ / Siegl
Österreichs Weinbau rechnet 2026 mit einer deutlich kleineren Ernte. Landwirtschaftskammer Österreich und Österreich Wein Marketing (ÖWM) erwarten rund 1,7 Millionen Hektoliter – mehr als 30 % weniger als im Vorjahr. Ursache sind vor allem Hitze und extreme Trockenheit.
Der Witterungsverlauf hat nicht nur die Erntemenge verringert, sondern auch die Reife der Trauben beschleunigt. Nach einem frühen Austrieb Mitte April setzte die Rebblüte bereits Ende Mai beziehungsweise Anfang Juni ein. Eine erste massive Hitzewelle Mitte Juni und anhaltend geringe Niederschläge trieben die Entwicklung weiter voran. Besonders stark betroffen war der Osten Österreichs.
Die Trockenheit führte vielerorts zu kleinen Beeren und einer entsprechend geringeren Mostausbeute. Gleichzeitig ist das Traubenmaterial laut Österreichs Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager gesund und reif. Aufgrund der kleinen Beerendurchmesser erwartet er eine hohe Konzentration an Inhaltsstoffen und damit besonders aromatische Weine. Gute Voraussetzungen sieht er insbesondere für Rotweine.
Die Lese begann 2026 ungewöhnlich früh. Im Seewinkel im Burgenland näherte sie sich zum Zeitpunkt der Presseinformation vom 10. September bereits dem Ende. In Niederösterreich, der Steiermark und Wien war die Hauptlese Anfang September angelaufen. Entscheidend sei in diesem Jahr der richtige Lesezeitpunkt, um ein harmonisches Verhältnis von Zucker und Säure zu erhalten.
Die anhaltende Trockenheit brachte nach Angaben der Landwirtschaftskammer selbst die tief wurzelnden Reben teilweise an ihre Grenzen. Besonders betroffen waren Junganlagen mit noch nicht ausreichend entwickelten Wurzelsystemen. Dort wurden zum Teil Trauben entfernt, um die jungen Rebstöcke zu entlasten.
Neben den witterungsbedingten Einbußen steht die österreichische Weinwirtschaft vor wirtschaftlichen Herausforderungen. Die Presseinformation nennt einen rückläufigen Weinkonsum und hohen Preisdruck als Belastungen für die Betriebe.
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