10.08.2026
Werner Brombach, Inhaber der Privatbrauerei Erdinger Weißbräu, ist im Alter von 86 Jahren nach kurzer Krankheit im Kreise seiner Familie gestorben. Der Diplom-Braumeister und Diplom-Kaufmann führte die 1886 gegründete Brauerei in zweiter Generation und entwickelte sie zum Weltmarktführer für Weißbier.
Die deutsche Braubranche trauert um Werner Brombach. Mehr als 60 Jahre prägte der Unternehmer die Entwicklung von Erdinger Weißbräu und des Weißbiermarktes. 1965 trat er in das Unternehmen seines Vaters Franz ein. Die Brauerei produzierte damals rund 40.000 Hektoliter. Brombach setzte früh darauf, Weißbier über die Grenzen Bayerns hinaus zu vermarkten, und investierte in den Aufbau der Marke.
Nach dem Tod seines Vaters übernahm er 1975 die alleinige Verantwortung für das Unternehmen. 1977 erreichte die Brauerei einen Ausstoß von 225.000 Hektolitern, 1990 wurde erstmals die Marke von einer Million Hektolitern überschritten. 1991 erwarb Brombach zudem die Brauerei Fischer's Stiftungsbräu, um die Hellbier-Tradition in Erding zu erhalten. Seit 2022 bietet die Brauerei unter der Marke Erdinger Brauhaus auch untergärige Bierspezialitäten an.
"Heimatverbundenheit, Bodenständigkeit, Pioniergeist und unternehmerischer Weitblick – das zeichnete Werner Brombach aus", würdigt Walter Berizzi, stellvertretender Stiftungsrats-Vorsitzender der Werner-Brombach-Familien-Stiftung, den Verstorbenen. Brombach sei national und international ein Sympathieträger gewesen, der sich bis zuletzt um die Brauerei und die Belange seiner Mitarbeiter gekümmert habe. "Er war einer der prägendsten Botschafter Bayerischer Lebensfreude."
Brombach selbst beschrieb seine Verbundenheit mit dem Brauerhandwerk mit den Worten: "Mein Lebensinhalt ist es, Brauer mit Leib und Seele zu sein."
Für sein unternehmerisches und gesellschaftliches Engagement erhielt Werner Brombach zahlreiche Auszeichnungen. Dazu gehören das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und der Bayerische Verdienstorden. Seit 2012 war er Träger des Ehrenrings in Gold des Landkreises Erding und zudem Ehrenbürger der Großen Kreisstadt Erding. Ausgezeichnet wurde er außerdem mit der Bayerischen Gastlichkeitsmedaille und dem Ehrenpreis der Deutschen Getränkebranche.
Die operative Nachfolge hatte Brombach bereits vor einigen Jahren geregelt. 2022 übergab er den Vorsitz der Geschäftsführung an Dr. Stefan Kreisz. 2025 überführte er als Alleingesellschafter seine Anteile an der Privatbrauerei in die Werner-Brombach-Familien-Stiftung, die er bis zuletzt als alleiniger Vorstand vertrat. Die Stiftung hat sich zur Fortführung seiner Qualitätsphilosophie, der Marke Erdinger und der im Unternehmen definierten Leitwerte verpflichtet.
Werner Brombach hinterlässt seine Tochter Claudia und seinen Schwiegersohn Alexander.
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